Wohnungsfrage als zentrales Thema der Stadtpolitik

OB Martin Horn: "Dürfen sozialen Sprengstoff nicht akzeptieren"

Es besteht kein Zweifel, dass das Thema Wohnen die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre in Freiburg ist, sagt Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn im Vorfeld der Immobilienmesse IMMO in der Messe Freiburg. “Der Wohn- und Immobilienmarkt ist dermaßen angespannt, dass es für Wohnungssuchende kaum Angebote zu vernünftigen Preisen gibt. Die Miet- und Wohnungspreise in Freiburg gehören zu den höchsten in Deutschland.” Das alles berge großen sozialen Sprengstoff, und “wir dürfen nicht akzeptieren, dass junge Familien aus der Stadt gedrängt werden und Normalverdienende keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden”, so Horns Credo im Vorfeld der Messe, deren Bedeutung in gesellschaftspolitischer, stadtplanerischer und wirtschaftswissenschaftlicher Sicht in diesem Jahr vor allem durch den neu konzipierten Fachkongress IMMO-Update weiter aufgewertet werde, so Horn.

 

Die Stadt dürfe nicht riskieren, als Wirtschaftsstandort Schaden zu nehmen. “Denn wenn Unternehmen aufgrund des Wohnungsmangels keine Fachkräfte mehr finden, Kliniken nicht mehr ausreichend Pflegepersonal bekommen oder Erzieherinnen und Erzieher die Stadt aus Kostengründen meiden, dann ist die Zukunft des Standorts Freiburg in Gefahr”, so Martin Horn. „Deshalb habe ich das Thema Wohnen ganz oben auf die Stadt-agenda gesetzt. Schließlich geht es hier um die Zukunftsfähigkeit Freiburgs und um soziale Gerechtigkeit in der Stadt.“

Mit dem neuen Referat für bezahlbares Wohnen sollen in Freiburg künftig alle Anstrengungen gebündelt werden, um für die Schaffung und den Erhalt von bezahlbarem Wohnen “noch aktiver und mutiger voran zu gehen”, so Horn weiter. Ein weiteres Schwerpunktthema sei die Stärkung der Freiburger Stadtbau. “Der Gemeinderat hat das Mietmoratorium bei den Stadtbauwohnungen bis Ende 2019 verlängert. Damit ist jetzt Zeit genug, ein Konzept für eine strategische, wirtschaftliche und soziale Stärkung der Stadtbau miteinander zu diskutieren.”

In nächster Zukunft wolle Freiburg mit der Bebauung Stühlinger West und Zähringen Nord einen beträchtlichen Beitrag dafür leisten, dass die Mieten in Freiburg nicht weiter explodieren. “Aber unser aller Fokus bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnen liegt auf dem Dietenbachgelände”, wie Martin Horn hervorhebt. “Mit zirka 6500 Wohnungen wollen wir möglichst viel sozial geförderten und preisgedämpften Wohnraum zur Verfügung stellen.” 

Wenn Freiburg die Wohnungsnot angehen wolle, komme die Stadt um Dietenbach nicht herum, so der OB. “Dies ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Und wenn zudem unsere Wirtschaft leidet, leiden auch die städtischen Etats der nächsten Jahre.” Deshalb müsse man alles daran setzen, den Bürgerentscheid über die Bebauung des Dietenbachgeländes zu gewinnen.

“Schließlich ist es auch nicht weniger als eine Frage der Generationengerechtigkeit, sich für den neuen Stadtteil zu engagieren”, betont Horn. “Wir brauchen junge Familien in Freiburg, wir brauchen einen guten Wohnungsmix mit Schwerpunkt auf bezahlbarem Wohnen, und wir dürfen nicht einfach hinnehmen, dass Freiburg für die „normalen“ Freiburgerinnen und Freiburger irgendwann unbezahlbar ist.” Auch für Familien, die sich ein Eigenheim wünschen, solle Dietenbach eine Option werden.

Der Diskussionsprozess der nächsten Zeit gemeinsam mit den Akteuren der Wohnungswirtschaft werde die Stadt “hoffentlich wohnungspolitisch auf einen guten Kurs bringen”, so Horn. Denn der neue Stadtteil sei “unverzichtbar, damit Freiburg für alle Freiburgerinnen und Freiburger bezahlbar, ökologisch und innovativ bleibt“, so der Oberbürgermeister. Von der IMMO erhoffe er sich dabei auch, dass sie das Thema Wohnungspolitk in Freiburg weiter im Bewusstsein der Stadtgesellschaft verankern werde.

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